Konzept – Installation „3 Elemente voll Schmerz“

Achtung! Der Eintrag wird zukünftig um Fotografien der Objekte erweitert.

Meine Konzeption für diese geplante Installation ist stark beeinflusst durch verschiedene Arbeiten von Mike Kelley, einem amerikanischen Gegenwartskünstler, der sich nie einem Medium verschlossen hatte. Er hatte sich in seinen Assemblagen, fetischistischen Kollektionen (harems), seinen Filmen, seiner skulpturellen Arbeit – die wie in „Educational Complex“ sogar architektonische Komponenten haben konnte – mit Traumata und minor histories auseinandergesetzt.

Kelley brachte zum Ausdruck, dass gerade verdrängte Erinnerungen sich in Traumata manifestieren können.

Meine Arbeit „3 Objekte voll Schmerz“ verarbeitet solche Traumata meiner Kindheit und Adoleszenz. Die Objekte sind von mir über die Jahre gesammelte objet trouve. Die Objekte werden im Folgenden von mir detailliert vorgestellt. Sie stehen wahrhaftig oder sinnbildlich für Gegenstände, die mit Schmerzen und aaaaaqaqunerfreulichen Erinnerungen aufgeladen sein können und sollen bei den Rezipienten ein Gefühl für die Traumata des Künstlers, aber auch Projektionsfläche für eigene Traumata bieten.

Die Objekte können jedem etwas anderes bedeuten und meine eigenen, verdrängten Erinnerungen werde ich hierbei nicht offenlegen, jedoch biete ich eine Deutung an.

Im Rahmen dieser Installation sind die Objekte losgelöst von ihrem Ort der Herkunft und Bestimmung.

Die Arbeit erhält dadurch eine weitere Komponente die Kelleys Arbeit kennzeichnet: nach Freuds Definition des Unheimlichen, erhöhen ihre Kombination und Präsentation ihre Erscheinung und lassen sie einen Wert erhalten, der über ihre Materialität hinausgeht.

Ein solches, abstraktes, künstlerisches Werk sollte zugänglich sein und sich dem Zuschauer anbieten, ohne ihn mit aufgesetzter Mystik um bewusst verschleierte Bedeutungen zu frustrieren.

Die Installation ist räumlich ungebunden und kann potenziell in vielerlei Arten ausgestellt werden.

Eine räumliche Beziehung zwischen den Objekten sollte sich aus dem Raum ergeben, der den solitären Objekten gewährt wird. Eine Erweiterung ist nicht vorgesehen.

Objekt 1

Mit dem alten, brüchigen Gummiball wurde die letzten Jahrzehnte selten gespielt, nachdem er viel Freude bereitet hatte. Er verbrachte ereignislose Jahre in einer Hecke, die Sonne hätte ihm sonst mehr zugesetzt und nun hat ein Rasenmäher und ein beherzter Rückschnitt der Hecke ihn freigelegt.

Er steht womöglich auch bei Ihnen für den süß-schmerzlichen Verlust der unbedarften Sommer ihrer Kindheit.

Objekt 2

Das eingemachte Fleisch stammt aus dem letzten Jahrtausend. Mindestens acht Generationen von Schweinchen wurden in der Zwischenzeit aufgezogen, vergewaltigt und besamt und irgendwann abgeschlachtet und verwurstet.

Meine Großmutter hat hier übrig gebliebenes Essen von ihrem sechzigsten Geburtstag konserviert, das ist nun an die zwanzig Jahre her.

Objekt 3

Eine abstrakte Skulptur aus nasskaschiertem Papier, Acrylfarbe und metallischen Objekten.

Die Figur stellt amorphes menschliches Material dar, mit Haut und Haar, dass mit Rasierklingen, Nadeln und Nägeln verletzt wurde. Ein geschundener Homunkulus, ein Golem, ein Fetisch.