Zeugenaussage – Tatzeitpunkt 13.07.2020 19:55
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Zeugenaussage – Tatzeitpunkt 13.07.2020 19:55

Ich parkte an meinem angestammten Platz, halb auf der Insel unter den Bäumen im Wendehammer der Lorenz-Diehl-Straße. Die Beifahrerseite meines Autos war der Straße zugewandt und als ich ausstieg, begrüßte ich meine Nachbarn, die Familie Körner und wir sprachen kurz. Ich ging um mein Auto herum und begann die Einkäufe aus dem Fußraum in Tüten zu packen. Wir wurden Motorgeräuschen gewahr und dann sahen wir das Tatfahrzeug in die Lorenz-Diehl-Straße einfahren. Da ich die Strecke nur eine Minute zuvor selbst genommen hatte, kann ich sehr gut einschätzen, dass das Fahrzeug um Einiges zu schnell fuhr und als wir in Sichtweite der Fahrerin kamen, da beschleunigte sie sogar noch. Denn wir winkten ihr, um ihr zu Signalisieren, dass ihr Fahrstil und die Geschwindigkeit nicht angemessen war, was sie wohl provozierte.

Als das Fahrzeug nun so schnell heranschoss und keine Ausweichmöglichkeit hatte, konnte ich mich nur noch in Sicherheit bringen, indem ich aus dem Stand mit dem Gesäß auf mein Autodach sprang und die Beifahrertür gegen meine Beine zuschlug. Sie hätte mich zweifelsohne tot gefahren.

Die junge Dame brachte ihre Limousine mit einer Vollbremsung weit auf dem Bürgersteig zum Stillstand, damit eine junge Dame aus meinem Nachbarhaus einsteigen konnte. Ich schritt an das Tatfahrzeug heran und klopfte mit der Faust an, damit die Fahrerin das Fenster herabließ.

Sie meinte, ich solle ihr Auto nicht anfassen. Worauf ich entgegnete, sie könne das Fenster ja gleich herablassen, wenn sie sähe, dass ich mit ihr sprechen wolle.

Ich machte deutlich, dass ich nicht noch einmal sehen wolle, dass sie mit solch einem Tempo in die Straße einführe. Schließlich hätten wir alle Kinder und meinte damit auch die Großfamilie Körner, deren Kinder und Enkel ebenfalls in unserem Häuserblock wohnhaft sind. Ich beließ es dabei, musste erst einmal Luft schnappen. Die Fahrerin ließ den Motor ihrer Limousine aufheulen und raste um die enge Kurve des Wendehammers, verließ diesen und kollidierte fast mit einem entgegenkommenden Fahrzeug einer anderen Nachbarsfamilie. Frau Körner hatte hier schon das Fahrzeugkennzeichen notiert/fotografiert und wir telefonierten mit der Polizei und warteten gemeinsam auf den Streifenwagen. Ich informierte meine Frau, was soeben passiert war und sie wusste sofort, wie die Täterin aussah, denn auch sie hatte sie bereits auf ihren Fahrstil und die Gefährdung von Passanten hingewiesen.

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