UPDATE Fandom Germany (AT)

UPDATE Fandom Germany (AT)

Die heutigen Dreharbeiten in Darmstadt waren eine einzige Freude. Vielen Dank an die tollen Kollegen. Von rechts nach links: Björn Brunke (Bildregie, der Kamera abgewandt), Joshua Rasch (Tonmeister) und Co-Regisseur Julian Weinert. Auf der Bank: Frau Dr. Vera Cuntz-Leng, unsere Interview-Partnerin.

Dies war der erste Dreh in der neuen, aktuellen Phase, nachdem wir die Film- und Nachwuchsmedienförderung von Rheinland-Pfalz gewonnen haben. Ich glaube, ich habe ein realistisches Konzept für die nächsten Monate und wir haben weitere tolle, interessante Themen und Interview-Partner in petto.

In der Mitte stehen die beiden Blackmagic Pocket Cinema Camera 4k mit denen wir aktuell arbeiten, eine Leihgabe des Institut für Mediengestaltung der Hochschule Mainz, welches unsere populärwissenschaftliche Forschung und Wissensvermittlung unterstützt.

Der als abendfüllende konzipierte Film entsteht in meinem Diplomstudium (Freie Kunst, Film) an der Kunsthochschule Mainz und soll Teil meiner Abschlussarbeit sein, die sich mit Medien-Ethik und dem Missbrauch unseres höchsten Gutes beschäftigt – Lebenszeit.

Mein Dogma

Ich erlege mir ein Dogma auf. Nichts davon ist neu.

Ich merke, dass ich eine neue Schärfe und Konzentration erlangt habe. Ich beschäftige mich mit meinen Umgang mit der Welt, mit den Menschen, anderen Tieren und ihren Lebensweisen und Empfindungen.

Ich empfinde eine Schärfe mir und anderen gegenüber, einen schärferen Ton in meinen Gedanken, der angesichts der Lage der Welt – meinem Gefühl nach – angemessen ist.

Wonach kann man sonst gehen? Nur seinem Gefühl und den Fakten nach, bzw. was man für Fakt hält.

Ich empfinde eine Konzentration auf den Moment. Kurze Momente der Erfüllung und Zufriedenheit. Mit meiner Familie. Eine Konzentration meiner Interessen und meiner Kraft.

Dies drängt mich nun dazu, mir selbst Regeln zu geben, nach denen ich handeln und wirken möchte. Das geht gut ohne Glauben an eine wie auch immer geartete, höhere Macht.

Ethik ≠ Religion

Wir müssen gute Vorfahren sein.

Wir müssen über das hinauswachsen, was wir von Natur aus lediglich sind: Hyperaggressive Primaten.

Wir müssen eine bessere Existenzform finden und ein besserer Partner für unsere Flora und Fauna sein.

Das nennt sich wohl Humanismus, ich mag Kant und Kaizen.

Mein Bestreben soll es von nun an sein, im Rahmen meiner Möglichkeiten, egal wie klein diese sein mögen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Bei allem Aufwand von Lebenszeit und den Ressourcen, die ich nutze, muss ich das Wirken meines Handelns stets bedenken und zum Progressiven ausrichten.

Ich will weiterhin an meiner eigenen Verbesserung arbeiten und den Wandel der Zeit und der Dinge, mit offenen Armen und Augen begegnen.

Vorwärts immer, rückwärts nimmer. Embrace the change. Be the change you want to see. Und so weiter.

Wir müssen Rennen, um nicht stehen zu bleiben.

Und lieber laufe ich voran und ebne den Weg für meine Kinder, als auf ihr (und unser aller) Scheitern zu warten.

Essay „Anthropocene“

The ever enduring change is the only static.

Our primitive primate brain, evolutionary is not capable to understand the consequences of the collective environmental doings of our species. The time spans we think in, are dictated by our carnal desires. Us little apes only want to kill respectively copulate with each other.

What we feel is more important to us than what we don’t want to know as a matter of fact.
We must admit that the waters around us have grown and accept it that soon we’ll be drenched to the bone if our time in life is worth savin’.
Then we better start swimmin’ or we’ll sink like a stone for the times they are a-changin’

King Ludwig the 2nd of Bavaria drowned 1886 in the lake Starnberg.
He had an expensive taste and even more expensive projects at hand. Everything about him was ahead of his time. Without him there would be no Wagner operas and no Schloss Neuschwanstein.
Ludwig loved these majestic birds, which – if unmarked and on british soil or water – still belong to the Queen of England. The annual swan upping has become a part of wildlife conservation, after being just a roundup and clubbing of to be eaten poultry.

Our relationship with other, non human, animals is deeply disturbing. Most of us still choose to eat them, their muscle tissue, their organs, their bone marrow.

What kind of species we consume depends only on our learned preferences. Swans were considered food once, but now we see them as superior to their diverse feathered cousins.

The chicken population exceeds the worldwide population of wild birds. The biomass of poultry is about three times higher than that of wild birds.

The amount of chickens exceeds the human population at a ratio 3 by one.

Considering this, earth might be called the planet of the chickens, if they weren’t solely produced for our consumption.

Humans account for about a third of the biomass of all mammals.
Domesticated livestock, like cows, pigs, account for 60 percent.

The meagre rest of only 4 percent comprise every wild mammal. Every koala, elephant or polar bear.

We are living in a new geological Era, formed by us. We have started to shape the landscapes long ago, but humanity has interfered in the petrogenesis now and leaves it’s deathly fingerprint. Our pollution through plastics is measurable at the deepest points in the sea and on the highest mountaintops.

Anthropocene.

We are poisoning the atmosphere, making it harder to gain enough oxygen for our primitive primate brain. We can’t fathom the lost in insects, but we remember that our cars windshields had to be cleaned from insect corpses at least once a week a few summers earlier.

Invertebrate life has plummeted after a billion years of rise and descend.

Year by year we break all records of high temperatures.

The arctic is not just melting, it literally is burning.

Little by little, it’s going to be just a trickle.

Rivers running dry.

In school I learned the circle of water, how it evaporates, how it rains and feeds groundwater, rivers and seas.

We disrupted all of that in a lifetime and now we face the outcome.

We have all this cattle eating away our forests, our farmland, our resources, farting methane and shitting and pissing so much, that we are spoiling and ruining our soil, our water and our future as a civilisation, as a species even. Only because of learned preferences, our precious way of life we are too stubborn to change?

Everyone in the auditorium could switch to a plant based diet over night – for good and healthily – and it might be necessary. If you can’t see it yet, you just don’t have accepted the facts as facts and gave them more credibility than your wishful thinking.

It is not just our environment. Think of the torture of these annualy raped, heartbroken mothers which have to see their children standing in concrete igloos, in their own feces, till they are slaughtered or get in line to be fed and raped and milked also.

Would you drink your sisters mothers milk? No.

Then why are you drinking some different animals mothers milk?

It’s perverted and evil profiteering on the backs of the weak and helpless. We grew as a civilisation and made slavery illegal and can’t imagine to be sold as someones kitchen appliance anymore.

We must survive this drought of humanity to become better, to become more empathetic, to become worthy of our heritage and our future. The world is changing with or without you.

Quellenangabe:

  • Bob Dylan – The times they are a-changin’ © 1963, 1964 by Warner Bros. Inc.; renewed 1991, 1992 by Special Rider Music
  • https://www.ecowatch.com/biomass-humans-animals-2571413930.html

Konzept – Installation „3 Elemente voll Schmerz“

Achtung! Der Eintrag wird zukünftig um Fotografien der Objekte erweitert.

Meine Konzeption für diese geplante Installation ist stark beeinflusst durch verschiedene Arbeiten von Mike Kelley, einem amerikanischen Gegenwartskünstler, der sich nie einem Medium verschlossen hatte. Er hatte sich in seinen Assemblagen, fetischistischen Kollektionen (harems), seinen Filmen, seiner skulpturellen Arbeit – die wie in „Educational Complex“ sogar architektonische Komponenten haben konnte – mit Traumata und minor histories auseinandergesetzt.

Kelley brachte zum Ausdruck, dass gerade verdrängte Erinnerungen sich in Traumata manifestieren können.

Meine Arbeit „3 Objekte voll Schmerz“ verarbeitet solche Traumata meiner Kindheit und Adoleszenz. Die Objekte sind von mir über die Jahre gesammelte objet trouve. Die Objekte werden im Folgenden von mir detailliert vorgestellt. Sie stehen wahrhaftig oder sinnbildlich für Gegenstände, die mit Schmerzen und aaaaaqaqunerfreulichen Erinnerungen aufgeladen sein können und sollen bei den Rezipienten ein Gefühl für die Traumata des Künstlers, aber auch Projektionsfläche für eigene Traumata bieten.

Die Objekte können jedem etwas anderes bedeuten und meine eigenen, verdrängten Erinnerungen werde ich hierbei nicht offenlegen, jedoch biete ich eine Deutung an.

Im Rahmen dieser Installation sind die Objekte losgelöst von ihrem Ort der Herkunft und Bestimmung.

Die Arbeit erhält dadurch eine weitere Komponente die Kelleys Arbeit kennzeichnet: nach Freuds Definition des Unheimlichen, erhöhen ihre Kombination und Präsentation ihre Erscheinung und lassen sie einen Wert erhalten, der über ihre Materialität hinausgeht.

Ein solches, abstraktes, künstlerisches Werk sollte zugänglich sein und sich dem Zuschauer anbieten, ohne ihn mit aufgesetzter Mystik um bewusst verschleierte Bedeutungen zu frustrieren.

Die Installation ist räumlich ungebunden und kann potenziell in vielerlei Arten ausgestellt werden.

Eine räumliche Beziehung zwischen den Objekten sollte sich aus dem Raum ergeben, der den solitären Objekten gewährt wird. Eine Erweiterung ist nicht vorgesehen.

Objekt 1

Mit dem alten, brüchigen Gummiball wurde die letzten Jahrzehnte selten gespielt, nachdem er viel Freude bereitet hatte. Er verbrachte ereignislose Jahre in einer Hecke, die Sonne hätte ihm sonst mehr zugesetzt und nun hat ein Rasenmäher und ein beherzter Rückschnitt der Hecke ihn freigelegt.

Er steht womöglich auch bei Ihnen für den süß-schmerzlichen Verlust der unbedarften Sommer ihrer Kindheit.

Objekt 2

Das eingemachte Fleisch stammt aus dem letzten Jahrtausend. Mindestens acht Generationen von Schweinchen wurden in der Zwischenzeit aufgezogen, vergewaltigt und besamt und irgendwann abgeschlachtet und verwurstet.

Meine Großmutter hat hier übrig gebliebenes Essen von ihrem sechzigsten Geburtstag konserviert, das ist nun an die zwanzig Jahre her.

Objekt 3

Eine abstrakte Skulptur aus nasskaschiertem Papier, Acrylfarbe und metallischen Objekten.

Die Figur stellt amorphes menschliches Material dar, mit Haut und Haar, dass mit Rasierklingen, Nadeln und Nägeln verletzt wurde. Ein geschundener Homunkulus, ein Golem, ein Fetisch.

Relevant und lesenswert – YouTube decides that homophobic harassment does not violate its policies

https://www.theverge.com/2019/6/4/18653088/youtube-steven-crowder-carlos-maza-harassment-bullying-enforcement-verdict

YouTube reiht sich natürlich neben Twitter und Facebook ein, wenn es um missverstandene Meinungsfreiheit und ungerechte Behandlung einer Minderheit geht, solange man eigene Policies einfach weiter verschieben kann und sich nicht rechtfertigen muss. Würde man Hatespeach tatsächlich aussperren, müsste man auf das Geld ihrer Monetarisierung von Hass und Ignoranz verzichten und auf Geld verzichten ist keine Option, wenn man die Shareholder bei der Stange halten muss.

Ruined by Design.

UPDATE: Google schaut ab jetzt genauer hin, versprechen sie. https://youtube.googleblog.com/2019/06/taking-harder-look-at-harassment.html

Notiz – Teilnahme an BarCamp „bittedanke“ – Diskussion über Design-Ethik – 30. Jahrestag des Tiananmen-Massakers

Notiz - Teilnahme an BarCamp "bittedanke" - Diskussion über Design-Ethik - 30. Jahrestag des Tiananmen-Massakers
Das Plakat des BarCamp.

Das erste BarCamp der Hochschule Mainz, organisiert von den Fachschaften der Design-Studiengänge, stand im Aszendenten des Themenkomplex Design. (Insider für Besucher der Veranstaltung ;-D)

Ich nutzte die Gelegenheit zur Übung und zur Vertiefung meiner aktuellen Recherche und erarbeitete eine Pechakucha-Präsentation um eine Diskussionsgrundlage zu schaffen.

Ich stellte „Ruined by Design“ von Mike Monteiro vor und bot dann meine persönliche Sicht auf die Design-Ethik und übertrieb es in meiner Aufregung vielleicht etwas.

Die Diskussion bereitete mir viel Freude und wurde sehr positiv aufgenommen und angenommen. Wir diskutierten schließlich über meine Vorstellung eines Öffentlich-Rechtlichen Sozialen Netzwerks, das durch unsere Personalausweise und Pässe authentifiziert wird (Abschaffung eines „Rechtsfreien Raums“) und die Aussperrung monopolistischer Datenkraken (die keine oder viel viel viel zu wenig Steuern zahlen) aus dem europäischen Netz.

Um die demokratische Grundordnung und Einmischung Dritter (seien es Konzerne oder Parteiinteressen) zu unterbinden, schlug ich eine europäische Firewall vor. Um eine kontrastierende Position zu den Studierenden einnehmen zu können und meine Überlegungen vorzustellen, musste ich plötzlich die separativen Bestrebungen der Chinesen positiv besetzen.

Heute jährt sich das Massaker vom Tiananmen-Platz, bei dem eine nicht bekannte Zahl von Tausenden Menschen durch die oppressive Regierung ums Leben kamen.

Notiz - Teilnahme an BarCamp "bittedanke" - Diskussion über Design-Ethik - 30. Jahrestag des Tiananmen-Massakers
Ein Bild, das in Erinnerung blieb: Am 5. Juni versuchte ein Mann mit einer Tasche in der Hand vier Panzer aufzuhalten. Bis heute ist nicht klar, wer der Mann war. | Bildquelle: AP

Ich weiß noch nicht, was ich aus dem Vortrag und meiner weiteren Recherche zu Design-Ethik machen werde, aber die Relevanz der Thematik wurde mir nur noch bewusster.

Obwohl vier Vorträge gleichzeitig stattfanden, hatte ich zwei bis drei Dutzend Zuhörer und konnte sicherlich ein paar von Ihnen ein Stück weit sensibilisieren.

Ich arbeite außerdem an einer Serie von Illustrationen/Objekten, die sich mit der Unterdrückung und den Menschenrechtsverletzungen in China auseinandersetzen. Leider dauert die Lieferung aus China zwei Monate… Dazu dann bald mehr 🙂

Intermezzo – Besprechung – „Ruined by Design…“ von Mike Monteiro – 3/9

Leider musste ich feststellen, dass Mike Monteiros Ethik-Design-Kodex noch nicht vollständig ins Deutsche übersetzt wurde. Eventuell kann sich ja jemand dafür begeistern, es zu vervollständigen. Ich habe noch ein paar Kapitel Besprechung vor mir 😉

https://github.com/mmmonteiro/designethics/blob/master/de_DE.md

Ethische Grundsätze für Gestalterinnen und Gestalter

  • Gestalter_innen sind allem voran menschliche Wesen.
  • Gestalter_innen sind verantwortlich für die Arbeit, die sie in die Welt bringen.
  • Gestalter_innen schätzen Auswirkungen höher als Form.
  • Gestalter_innen schulden denjenigen, die sie anstellen nicht nur ihre Arbeit, sondern auch ihren Rat.
  • Gestalter_innen heißen Kritik willkommen.
  • Gestalter_innen streben danach, ihr Publikum zu kennen.
  • Gestalter_innen glauben nicht an Grenzfälle.
  • Gestalter_innen sind Teil einer professionellen Gemeinschaft.
  • Gestalter_innen schätzen diverse und kompetitive Umfelder.
  • Gestalter_innen nehmen sich Zeit für Selbstbesinnung.

Besprechung – The Ethics of Design – „Ruined by Design…“ von Mike Monteiro – 2/9

MM spricht vom hippokratischen Eid. Designer haben keinen solchen Kodex oder auch nur eine Lizenz zur Ausübung ihrer Arbeit.

Most professions worth their while, and capable of inflicting harm, have ethical codes of some sort.It’s a sign of maturity and responsibility, and there’s a price paid for not following it, which may include losing your license to practice.

The internet is a harassment and abuse factory in part because designers implemented things they shouldn’t – like Facebook’s ad network that allows to target by race, and because companies didn’t implement things they should have – like Twitter’s failure to deal with abuse.

MM vergleicht Designer mit Ärzten, Anwälten und zeigt auf, dass der entstehende Schaden, durch unethische Arbeit gleich ist und entsprechend geahndet werden müsste.

We need a code and we need to follow it.

MM schreibt, dass die Gestalter von ’smarten‘ Lautsprechern, Uhren usw. scheinbar keinen blassen Schimmer haben, was ethisch vertretbar ist.Die Arbeit bestünde heute nicht mehr nur darin Hundefutter online zu verkaufen und Websites mit tanzenden Baby-Gifs zu erstellen.

Besprechung - The Ethics of Design - "Ruined by Design..." von Mike Monteiro - 2/9

Heute greift man schnell in privateste Angelegenheiten ein und wer sich auf solche Arbeiten am „offenen Herzen“ eines Menschen und der ganzen Gesellschaft einlässt, der sollte besser die entsprechende Ausbildung haben und wissen, was er oder sie da gerade anstellt. Ohne eine entsprechende Arbeitserlaubnis, durch eine Kommission, die sicherstellt, dass der Designer, ebenso wie der Mediziner, Anwalt oder Hundesitter (!!!), dürfte man nicht von der Schule gelassen und in das Haifischbecken der Aufmerksamkeitsindustrie geworfen werden.

It should freak you out that gangsters can agree on a code of behavior but designers can’t. Crime is more organized than design.

Im Folgenden stellt MM seinen Entwurf eines allgemeingültigen Kodex vor.

Hier ist der Kodex als Büchlein sowie Poster zu erwerben.

Hier zum Mitwirken auf GitHub.

Hier in voller Länge als Post von Monteiro selbst.